Rückblick auf das Filmfest Schleswig-Holstein

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Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Region Pays de la Loire und dem Bundesland Schleswig-Holstein werden beim Festival des deutschen Films in Nantes, dem Univerciné allemand, im November jeden Jahres von der Filmwerkstatt Kiel geförderte Filme präsentiert. Im letzten November entstand die Idee, anlässlich des großen filmischen Ereignisses in Norddeutschland, dem im März stattfindenden Filmfest Schleswig-Holstein, ebenfalls einen in den Pays de la Loire gedrehten Film vorzuführen. Der Film « Tempête » (zu Deutsch « Unwetter ») wurde somit beim Filmfest Schleswig-Holstein gezeigt und repräsentierte das filmische Schaffen der Partnerregion Pays de la Loire.

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Die Preisträger des 20. Filmfests Schleswig-Holstein stehen fest!

Am 20. März 2016 wurden im Kieler Kultur- und Kommunikationszentrum die Pumpe die Gewinner des 20. Filmfests Schleswig-Holstein bekannt gegeben.
Der vom Kiel-Tatort-Produzenten Nordfilm gestiftete Nachwuchsfilmpreis über 1000 Euro wurde Sebastian Husak für seinen Kurzfilm „Rhythmus“ verliehen. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten:
„Rhythmus berührt den Zuschauer, indem er die Welt durch die Augen eines heranwachsenden Mannes zeigt. Der Film überzeugt durch hohe Professionalität aller Gewerke und eine reduzierte, intensive Bildsprache. Der Regisseur inszeniert ‚Rhythmus‘ konsequent als intimes Kammerspiel.“

Über eine lobende Erwähnung konnten sich zudem die Nachwuchsfilmemacher Rike Hoppe und Dennis Stormer freuen. Ihr Kurzfilm  „The Quick Guide how to get famous in five minutes“ ist laut Jury ein wilder Ritt durch unsere nach Ruhm strebende Mediengesellschaft. Ein manchmal zu herausfordernder Stilmix, der dem Zuschauer einiges abverlangt durch bissigen Humor, wilden Schnitt, krassen Wechsel der Bildästhetik und des Tempos.“

Die mit jeweils insgesamt 2000 Euro dotierten Hauptpreise in Form eines Buddelschiffs überreichten die Preisstifter Adalbert Schwede, Geschäftsführer der Pumpe e.V. sowie Jessica Dahlke, Vorstandsvorsitzende der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein e.V. und Vorstandsmitglied Christoph Zickler.
Die Preise wurden von der Jury, bestehend aus den Vorjahres-Siegern Urte Alfs, Susanna Salonen und Karsten Wiesel, wie folgt aufgeteilt:
Die Installation „LandRush“ von Frauke Huber und Uwe H. Martin erhielt einen Preis über 1000 Euro mit der Begründung: „‘LandRush‘ thematisiert überzeugend ein weltweit relevantes Thema – Lebensmittelproduktion im Spannungsfeld vom nachhaltigen Umgang mit Ressourcen versus Technologie-Entwicklung und Profitmaximierung. Die mehrteilige Installation ermöglicht dem Zuschauer auf verschiedenen Ebenen ins Thema einzusteigen. Die Umsetzung ist visuell beeindruckend, journalistisch fundiert und konzeptionell innovativ.“
Weitere 1000 Euro gingen an den Kurzfilm „Planet Willi“ von Sören Wendt. „Der kleine Willi kommt aus einer fremden Welt und ist für das Leben auf unserem Planeten nicht gut ausgerüstet. Willis Geschichte wird aus der Perspektive seiner kleinen Schwester erzählt. Ein generationsübergreifender Film, der mit spielerischer Leichtigkeit einen Blick auf das Thema Behinderung wirft“, erläuterte die Jury ihre Entscheidung.

Bei den Langfilmen gab es dieses Jahr keine Rangfolge. Die Jury legte Wert auf die gleichwertige Vergabe von jeweils 1000 Euro an zwei Produktionen. Über einen Langfilm-Preis freuten sich Viola Rusche und Hauke Harder für „A Shape of Time“. „Der mit vorsichtigen und sehr klaren Bildern erzählende Film bringt uns den japanischen Komponisten Jo Kondo und seine Musik nahe In den sorgfältig kadrierten Einstellungen lässt ‚A Shape of Time‘ uns die Zeit, die Musik zu entdecken und zu erleben und währenddessen über Ansätze in zeitgenössischer Komposition und künstlerischer Arbeit nachzudenken“, führten die Jury-Mitglieder ihre Entscheidung aus.
Außerdem wurde der plattdeutsche Dokumentarfilm „Utbüxen kann keeneen – Weglaufen kann keiner“ von Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric ausgezeichnet. „Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric machen ihr Publikum bekannt mit einer Trauerkultur in norddeutschen Dörfern, die sich noch unmittelbar auf alte Traditionen stützt. Die präzise Arbeit der Filmemacherinnen verdeutlicht die Selbstverständlichkeit mit der Bestatter, Sargtischler und Kirchenleute den letzten Abschied gestalten. Der Film schafft es, das ernste Thema mit viel Wärme zu erzählen“, so die Jury.

Festivalleiter Arne Sommer freute sich über die beindruckende Bandbreite der Produktionen aus und über Schleswig-Holstein. „Die Jubiläumsausgabe des Filmfests Schleswig-Holstein bewies einmal mehr die Vielfältigkeit und Professionalität des filmischen Schaffens im Lande. Da wächst schon die Vorfreude auf das nächste Filmfest vom 23.-26. März 2017“, lobte Sommer.

Quelle: http://www.filmfest-sh.de/

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