Freiwilligenblog

Das CCFA heißt jedes Jahr deutsch-französische Freiwillige bei sich willkommen – in den Bereichen der Städtepartnerschaft Nantes-Saarbrücken (deutsch-französischer Freiwilligendienst der Gebietskörperschaften), der Umwelt (deutsch-französischer ökologischer Freiwilligendienst) oder der Kultur (deutsch-französischer kultureller Freiwilligendienst). Für unsere Kolleg*innen ist es oft der erste längerfristige Auslandsaufenthalt. Um ein bisschen zu zeigen, wie dieses Freiwilligenleben in einem fremden Land aussieht und um Lust darauf zu machen, sich in einer Mobilitätserfährung zu engagieren, haben wir uns dafür entschieden, einen Freiwilligenblog zu erstellen.. Auf diesem Blog werden sie abwechselnd ihre verschiedenen Erfahrungen im Ausland teilen; die Hindernisse, denen sie sich stellen mussten und die Begegnungen, die ihr Jahr geprägt haben:


Blogeintrag #1 von Alexia Theissen-Achille : confinement et service civique

Dans le cadre de mon service civique je suis prédestinée à faire des rencontres avec d’autres personnes et de créer des échanges interculturels entre la France et l’Allemagne (notamment entre Nantes et sa ville jumelle Sarrebruck). Néanmoins ce concept s’oppose totalement aux mesures sanitaires imposées par le gouvernement français. Depuis le 30 octobre 2020, tous les Français sont reconfinés. Ceci implique que tout regroupement ou bien voyage au sein d’un autre pays ne sont plus imaginables. Que faire dans une telle situation ?

D’un jour à l’autre je me retrouve enfermée dans mon appartement et je dois travailler à partir de ma table à manger. Les premiers jours étaient d’après moi les plus difficiles pour garder la motivation. Tout au début, le confinement se fait ressentir comme un week-end prolongé. Rien de mal à ça, sauf qu’il faut reprendre le travail. Là se trouve toute la difficulté : toutes sortes de distractions comme l’envie de rester au lit, se réveiller plus tard que d’habitude, faire parallèlement à manger ou le ménage sont des obstacles à éviter.

Dans mon cas, de nombreux projets n’ont pas pu avoir lieu donc il fallait que j’imagine à travers des moyens créatifs de faire connaître la ville que je représente : Sarrebruck. L’alternative est tout d’abord des visioconférences à travers des diverses plateformes. Celles-ci peuvent être impersonnelles et deviennent très vite (à mon avis) difficiles à suivre. Donc comment garder la motivation dans un temps pareil ?

D’après moi il faut essayer d’organiser sa journée comme si on se trouvait au bureau. C’est-à-dire mettre un réveil le matin, se préparer, faire une pause midi et finalement prendre le temps de sortir afin de prendre l’air. Avoir un rythme et organiser notre journée est ce qui nous permet de rester motivés et de faire un bon travail.

Pour ma part, j’ai la chance d’avoir trois tuteurs qui sont dans trois bureaux différents. J’ai l’opportunité de me déplacer les lundis et mardis au Centre culturel franco-allemand avec Martin Krechting. Puis les jeudis dans les locaux de Nantes Métropoles avec Elsa Thual et pour finir les vendredis au Nantil avec Cécile Bébin. Ceci m’a permis de rencontrer tout de même des personnes et de me concentrer sur mon travail.

Malgré le confinement je reste en contact avec le côté allemand et je me réjouis de faire des échanges avec mon homologue Esther Amilien à travers des visioconférences. On espère tout de même retrouver une part de normalité l’année prochaine et pouvoir effectuer des échanges entre la France et l’Allemagne !


Blogeintrag #1 von Rabea Effelsberg: Was lange währt, wird endlich gut

La bureaucratie française est parfois un vrai casse-tête : depuis que j’ai reçu la nouvelle de pouvoir effectuer un service civique au CCFA, j’ai fait mon maximum pour préparer le séjour en France. Comme j’ai déjà passé une année de mes études à Paris, les étapes m’étaient bien connues : trouver un logement, ouvrir un compte bancaire, faire une demande des APL auprès de la CAF…tout pourrait être très facile, si la bureaucratie française ne me mettait pas des bâtons dans les roues. Car je me trouvais de nouveau devant le même défi : pour pouvoir signer un bail il me faut d’abord un compte bancaire en France. Mais pour ouvrir ce dernier, il me faut quoi ? Oui, un logement. C’est le serpent qui se mord la queue ou, comme les Allemands le disent, « Da beißt sich die Katze in den Schwanz ». Ni les propriétaires ni les banques étaient prêts à accepter mes demandes sans les justificatifs de l’autre. Bref, la préparation de mon séjour n’était pas si facile que prévue.

Mais après des jours et des nuits sur Leboncoin et une trentaine de candidatures pour des chambres à Nantes, je suis enfin tombée sur une propriétaire très sympathique. Elle acceptait de me louer une chambre dans une colocation avec mon compte bancaire allemand – quelle chance ! L’attente a été longue, mais elle a finalement porté ses fruits : Was lange währt, wird endlich gut!


Blogeintrag #2  von Natalie Ostendorf

Ich wohne nun länger als ein halbes Jahr in Frankreich, bald 10 Monate. Und da kommt man nicht drumherum, den einen oder anderen Unterschied zu bemerken, auch wenn die französische Kultur verhältnismässig nah an der deutschen ist.

Zuallererst : Das Prinzip vom müllfreien Leben scheint hier schon sehr viel mehr angekommen zu sein als bei uns. Dass es im Supermarkt unverpackt Nudeln, Reis, Linsen etc. zu kaufen gibt, können wir gerne übernehmen. Und gerade Nantes mit drei Unverpacktläden macht es einem herzlich leicht, seinen ökologischen Fussabdruck zumindest ein kleines bisschen zu verringern.

Dann etwas, das für uns Deutsche zunächst etwas gewöhnungsbedürftig war : die Essenszeiten. Es ist uns schon einige Male passiert, dass wir auf der Suche nach einem offenen Restaurant durch die Strassen gezogen sind und keines gefunden haben, dessen Türen schon offen für hungrige Deutsche waren.

Bleiben wir doch direkt beim Essen : Es gibt immer Dessert. Vielleicht, weil sie Meister darin sind, welches zu machen ?

Noch ein Punkt, den ich wirklich vermisse : Es gibt keine Drogeriemärkte. Und ich verstehe einfach nicht warum.

Eine Kleinigkeit, die mir jedoch immer wieder auffällt und mich herzlich beglückt – die Laternen. Ja, es ist ein vielleicht unwichtiges, vielleicht nichtssagendes Detail, aber es fällt mir bei jeder Reise wieder ins Auge. Französische Städte und Dörfer haben den deutschen allein durch ihre (meistens) wunderschönen, romantischen Laternen einiges voraus – wenn man in Deutschland durch ein kleines, ländliches Dorf läuft sind die simplen, funktionell gestalteten Laternen meistens eher weniger ein Element der Ästhetik und mehr eine Frage des Lichts. Inwieweit das schlimm ist, da lässt sich drüber streiten, aber ich freue mich auf jeden Fall immer wieder an den hübschen französischen Laternen.

Sehr befremdlich finde ich auch, dass alles mit Karte bezahlt wird. Da bin ich eigentlich gar kein Freund von, habe mich aber nach einigen Monaten hier dazu hinreissen lassen, diese Gewohnheit zu übernehmen.

Und ich bin mir sicher, dass Franzosen Temperatur anders wahrnehmen. Oder gar nicht. Es fängt damit an, dass sie selbst im tiefsten Winter auf den Terrassen ihr Bierchen trinken und geht weiter damit, dass ich unter 2 Pullovern, Schal und Wintermantel täglich mehreren Französinnen begegne, die in kurzem Sommerkleid und dünner Strumfphose unterwegs sind. Wie ist das möglich ?

Grundsätzlich habe ich das Gefühl, hier vergeht die Zeit anders. Nicht im Sinne, dass ein Tag sich länger anfühlt oder die Wochen nicht so schnell vorbeifliegen, aber in dem Sinne, dass man sich Zeit nimmt, Zeit zu haben. Alles wirkt viel entschleunigter und entspannter und wenn ich durch die Stadt spaziere, liegt eine gewisse Leichtigkeit in der Luft.

Ein Punkt, an dem man das recht deutlich festmachen kann : 35-Stunden-Wochen.

Meine Oma sagt immer : Die Deutschen leben, um zu arbeiten, und die Franzosen arbeiten, um zu leben.

Wie Recht sie mal wieder hat.

Natalie – Volontaire culturelle au CCFA


Blogeintrag #1  von Natalie Ostendorf

Nun bin ich zwar schon über ein halbes Jahr in Nantes und würde behaupten, dass ich mich hier gut eingelebt habe, dennoch erinnere ich mich noch sehr gut an das Gefühl der Fremde, das wohltuende Gefühl der Neugier und der Frische bei meiner Ankunft.

Nach etwa 9 Stunden Zugfahrt mit einem furchtbaren Umstieg im riesigen Paris bin ich endlich im sonnigen Nantes angekommen, verlasse den Bahnhof und finde mich in völliger Orientierungslosigkeit. Vor mir : eine riesige Baustelle. Also laufe ich erst einmal (mithilfe der Navigation von Google Maps, denn ich habe ja keine Ahnung dass es eigentlich nur die Strasse runter ist) zu Bouffay, von wo aus ich die Tram nehmen kann. Auf dem Weg heim schon war ich überwältigt von der euphorischen Freude, jetzt tatsächlich hier zu sein – und zu bleiben ! Die schönen, hellen Gebäude, der Lieu Unique, das Schloss, die Loire … All das hat mich schon vom ersten Moment an Nantes lieben gelernt, bevor ich überhaupt richtig angekommen bin.

Und dann zum ersten Mal den Schlüssel in die eigene Wohnungstür hier stecken und zum ersten Mal « zu Hause » ankommen – was für ein Gefühl ! Vor Allem mit dem Wissen, wie schwierig es war, erst einmal an dieses « zu Hause » zu kommen. Ich kann berichten, eine Wohnung in Nantes zu finden, ist wirklich kein Spass. Besonders als Ausländerin erschien es mir nahezu unmöglich. Ich hatte das grosse Glück, vorher schon mit meinen Eltern nach Nantes gekommen zu sein und vor Ort gesucht haben zu können. Ich kann mich noch genau erinnern, was für Angst es mir gemacht hat, bei den französischen Vermietern anzurufen und auf französisch mit ihnen sprechen zu müssen. Die meisten Vermieter haben dann entweder die Besichtigung kurz vorher abgesagt, weil sie schon jemanden gefunden haben, oder aber sich im Nachhinein gar nicht mehr gemeldet. Die Wohnungssuche hat mich wirklich zum Verzweifeln gebracht und war mit der schlimmste Teil der Vorbereitung. Aber so war das Glück umso grösser, den Schlüssel schliesslich in der Hand zu halten und damit offiziell in Frankreich zu wohnen.

Nach einer Einweisung meiner Mitbewohnerin bezüglich Internet und Organisation etc., dem ersten Einkaufen und Auspacken bin ich viel zu ausgelaugt und überwältigt und glücklich, mich alleine zu fühlen und bin einfach nur zufrieden, endlich an dem Ort zu sein, an den ich mich so lange gewünscht habe.

Mein erstes Wochenende nutze ich für eine etwas blinde und von der Nase geführte Erkundung der Stadt, die mein Glück nur bestätigt. Es ist eine wunderschöne, lebendige und helle Stadt, die viel zu bieten hat. Es duftet nach französischer Viennoiserie und es liegt eine Leichtigkeit in der Luft, die vielleicht nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit meiner neu gewonnen Freiheit zu tun hat.

Tatsächlich muss ich sagen, dass ich mich beinahe etwas erschlagen gefühlt habe von dieser zauberhaften Stadt. So viel Schönheit auf einmal, und so riesig, und so viel zu sehen und zu erleben. Man weiss gar nicht, wo man anfangen soll, und mein eher mässiger Orientierungssinn hat nicht gerade dazu beigetragen, dass ich mich zurechtfinde. Aber es war ein gutes Erschlagen-sein, eines, dass die Neugier füttert und einem den Eindruck gibt, sich nie an der Stadt satt sehen zu können.

Mittlerweile kommt mir die Stadt wie ein Zuhause vor, sie erscheint mir viel kleiner und familiärer, ich weiss (meistens), in welche Richtung ich gehen muss, um dort anzukommen, wo ich hinwill. Ich habe ein Lieblingscafé, eine Lieblingsbar, einen Lieblingsbuchladen ; all die Dinge, die dazugehören, dass eine Stadt « meine » Stadt ist. Wenn ich länger nicht hier war und zurückkomme, ist es, wie nach Hause zu kommen, die bekannten Gebäude und Strassen zu sehen.

Trotzdem hat sie nichts an ihrer Faszination verloren und es ist noch immer ein besonderes Gefühl, durch ihre Strassen zu laufen und hier sein zu können.

Natalie

ccfa.volo.culturel@gmail.com